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Moderner Jazz
Von moderner Jazzmusik spricht man etwa ab den 1950er Jahren, als sich eine Entwicklung abzeichnete, in der die Musik sich weg vom Habitus der Tanzmusik bewegte und mehr und mehr zu einer Zuhörmusik wurde. Dies geschah vor allen Dingen durch den Einsatz bislang nicht verwendeter Instrumente, wie etwa die Blockflöte oder das Horn). Bis dahin war im Jazz hauptsächlich der klassische Big Band-Sound vor allem der 1940er Jahre gespielt worden. Künstler wie Dizzy Gillespie, Kenny Clarke, Charlie Parker oder Thelonious Monk entwickelten die Musik weiter, machten sie komplexer und anspruchsvoller und lösten damit eine Bewegung aus, die sich bis zum heutigen Tag weiter entwickelt. Die bis dahin sehr starren Arrangements, in denen teilweise sogar die Soli ausnotiert waren, wurden freier, was zu einer durchaus als radikal zu bezeichnenden Improvisationsfreiheit des passend betitelten Free Jazz der 1960er Jahre führte. Die teilweise schwer zu konsumierende Musik war sicherlich eine Reaktion auf das Aufbrechen der bestehenden Gesellschaftsstrukturen, die im Pop- und Rockmusikbereich - wenn auch auf andere Art und Weise - durch die Hippie- und Flower Power-Bewegung ähnlich thematisiert wurden.
Die Jazzmusik ist eine Musikrichtung, die sich in ständiger Bewegung befindet und sich dabei immer wieder selbst neu erfindet. So war die logische Konsequenz die Entwicklung der Fusion Bewegung der 1960er bis 1980er Jahre, in der Jazzmusik mit anderen Stilen vermischt wurde, zwar auch aus dem Bereich der klassischen Musik, in erster Linie allerdings im großen Feld der Pop- und Rockmusik. Als wegweisender Künstler ist an dieser Stelle der Amerikaner Miles Davis zu nennen, der vor allem mit seinem Album "Bitches Brew" (1970) hierbei Geschichte schrieb. Sogar im Heavy Metal- und Hardcore-Bereich finden sich Bands, die mit Jazzelementen arbeiten, dabei aber natürlich ungleich brachialer vorgehen als ihre Jazz-Kollegen. Bands wie "Norma Jean" oder "The Dillinger Escape Plan" mixen Jazzmusik mit extremem Heavy Metal zum sogenannten Mathcore. Im Avantgarde-Jazz der 1990er Jahre leben schließlich die Improvisationen der 1960er Jahre fort, wenngleich mit ein wenig mehr an Struktur. Der Begriff ist allerdings nicht durchgehend gängig und so wurde für das Wort Avantgarde bald der Begriff Experimental ausgewählt. Ein wichtiger Künstler ist hier etwa John Zorn.
James Choice Orchestra